Leben und Lieben mit Prostatakrebs

Hier erfahren Sie, wie Prostatakrebs Ihr Liebesleben beeinflussen kann und wie Sie weiterhin eine liebevolle und innige Beziehung führen können.

Prostatakrebs ist eine Familienangelegenheit, die nicht nur Männer angeht!

Die Prostata ist Teil der männlichen Geschlechtsorgane. Deshalb können der Prostatakrebs und seine Behandlung Ihr Liebesleben beeinflussen und Ihre Partnerschaft verändern. Wer sich möglicher körperlicher und emotionaler Veränderungen bewusst ist und darüber mit seiner Partnerin oder seinem Partner und dem Arzt spricht, kann sich besser an Veränderungen im Leben anpassen.

Wachstum und Funktion der Prostata hängen vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron ab, das in den Hoden produziert wird. Testosteron führt bei Männern zur Entwicklung der Fortpflanzungsorgane und ist für Sexualtrieb (Libido) und Erektionen verantwortlich. Zudem werden Muskelmasse und -stärke, Stimmungslage, körperliche Leistungsfähigkeit sowie die Knochenstärke beeinflusst.

Allerdings ist auch das Prostatakarzinom von Testosteron abhängig. Um das Wachstum der Krebszellen zu verlangsamen und die Größe des Tumors zu reduzieren1, zielen daher viele Behandlungsansätze auf die Senkung des Hormonspiegels. Sobald die Therapie die Testosteron-Produktion unterdrückt, verlieren die meisten Männer ihr Interesse an sexueller Aktivität.

Das Therapieziel ist ohne Frage die Heilung der Erkrankung oder eine wirksame Behandlung. Sie sollten aber die möglichen Auswirkungen einiger Therapien auf Ihre sexuellen Aktivitäten und somit auf Ihren Partner berücksichtigen.

Erfahren Sie HIER mehr darüber, wie die verschiedenen Therapien Ihr Sexualleben beeinflussen können

Die Diagnose Prostatakrebs betrifft auch Ihren Partner. Es ist ein heikles Thema, aber versuchen Sie dennoch Zeit zum Reden zu finden und ermutigen Sie Ihren Partner, eigene Fragen zu stellen. Paare, die miteinander über die Veränderungen in ihrem Sexualleben sprechen, finden eher Lösungswege, auch weiterhin eine liebevolle, intime und erfüllende Partnerschaft zu erleben – selbst wenn sie sich anfangs dabei unwohl fühlen. Dies könnte auch eine Chance für Sie und Ihren Partner sein, neue Wege zu gehen und Lust zu empfinden.

Erektile Dysfunktion (ED)

Einige Prostatakrebs-Therapien können Nerven oder Arterien, die an Erektionen beteiligt sind, beeinträchtigen, andere beeinflussen die Libido. Eine Hormontherapie beispielsweise kann zu einem verringerten sexuellen Antrieb und Erektionsproblemen führen. Dies hört gewöhnlich nach Therapieende auf.

Die für Erektionen zuständigen Nerven liegen sehr nahe an der Prostata und können während einer Operation oder Strahlentherapie leicht beschädigt werden. Dadurch kommt es zur erektilen Dysfunktion (ED), einer Impotenz. Weitere Ursachen für ED können psychische Probleme oder Stress sein. ED bedeutet, dass Sie keine Erektion bekommen oder halten können. Dies ändert jedoch nichts an Ihrer Fähigkeit, Gefallen an Berührungen zu finden oder einen Orgasmus zu erreichen.

Fast alle Männer sind irgendwann von Erektionsstörungen betroffen, ganz egal, ob sie sich einer Prostatakrebsbehandlung unterziehen mussten oder nicht. Trotzdem können Paare in jedem Stadium der ED ein liebevolles und erfülltes Sexualleben führen, auch wenn es „anders“ als vorher abläuft. Um herauszufinden, was für beide funktioniert, sollten Sie mit Ihrem Partner offen reden. Erneuern Sie die sexuelle Vertrautheit in Ihrer Partnerschaft. Medikamente, Prothesen und Vakuum-Hilfsmittel können eine Erektion fördern – und vergessen Sie nicht, dass manchmal auch Umarmungen und Kuscheln eine Partnerschaft stärken können. Geschlechtsverkehr ist nicht der einzige Weg, Liebe zu zeigen.

Trockener Orgasmus

Nach einer operativen Entfernung der Prostata kann keine Samenflüssigkeit mehr produziert werden. Das bedeutet, dass Sie möglicherweise während des Geschlechtsverkehrs einen trockenen Orgasmus haben. Das heißt, Sie kommen zum Höhepunkt ohne zu ejakulieren. Bei einigen Männern fühlt sich ein trockener Orgasmus normal an, andere meinen, dass der Orgasmus schwächer sei oder sich weniger angenehm anfühle als vor der Operation. Dennoch beeinträchtigt eine Entfernung der Prostata nicht Ihre Fähigkeit, sexuelles Verlangen und Erregung zu spüren.

Vielleicht ist es Ihnen unangenehm, mit Ihrem Arzt oder Ihrem Partner über das Thema Sex zu sprechen. Trotzdem ist Sexualität ein wichtiger Teil Ihres Lebens, egal wie alt Sie sind. Sie sollten jede körperliche und emotionale Veränderung mit Ihrem Partner besprechen und sich bei Fragen an Ihren Arzt wenden. HIER finden Sie Links zum Thema, die Ihnen weiterhelfen könnten.


Psychische Auswirkung


QUELLEN:

  1. American Cancer Society. Detailed Guide: Prostate Cancer, Hormone (Androgen Deprivation) Therapy. http://www.cancer.org
    Accessed 30 September 2008.